Otto Abeles

Geburtsdatum: 01. Mai 1879
Fakultät: Juridische Fakultät
Kategorie: Doktorgradaberkennung

Otto ABELES, geb. am 1. Mai 1879 in Rohatetz bei Nikolsburg, Mähren, gest. am 25. Mai 1945 in Buchenwald/Kommando Tröglitz, hatte am 22. Dezember 1905 an der Juridischen Fakultät der Universität Wien den Grad eines Dr. iur. erworben.
Er war Jurist und Publizist, Mitbegründer der zionistischen Studentenverbindung "Veritas", der zionistischen Bewegung in Böhmen und Mähren sowie Mitbegründer der ersten zionistischen Tageszeitung "Wiener Morgenzeitung" (1919-27). Bis 1928 war er "Bahnrat" bei den Österreichischen Bundesbahnen. Er emigrierte nach Amsterdam/Niederlande. Daraufhin wurden ihm Staatsbürgerschaft und am 8. Mai 1941 auch der akademische Grad aus rassistischen Gründen aberkannt, da er im Nationalsozialismus 'als Jude als eines akademischen Grades einer deutschen Hochschule unwürdig' galt. 1944 wurde er in das KZ Westerbork deportiert, später in das KZ Bergen-Belsen. Kurz nach der Befreiung starb er 1945 an Flecktyphus. Sein Sohn wurde Arzt und ging nach Israel.
Erst 62 Jahre nach der Aberkennung und sehr lange nach dem Ende des Nationalsozialismus wurde ihm der Doktorgrad am 10. April 2003 feierlich wieder zuerkannt, bzw. die Aberkennung posthum für 'von Anfang an nichtig' erklärt.

Lit.: POSCH/STADLER 2005; SILVERMAN 2012, 153.


Bilder


Otto Abeles, Wiederverleihung vom 10. April 2003, Promotionsprotokoll Juridische Fakultät 1903-1908, Foto: Herbert Posch, (c) Archiv Universität Wien

Otto Abeles, Promotionseintrag mit Aberkennung, Promotionsprotokoll Juridische Fakultät 1903-1908, Foto: Herbert Posch, (c) Archiv Universität Wien